NEUE BLOGS 2014

Posts mit dem Label Freud’scher Versprecher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freud’scher Versprecher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

1. Oktober 2010

Freud’scher Versprecher

Freud’scher Versprecher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Freud’scher Versprecher (nach Sigmund Freud), auch Lapsus linguae genannt, ist eine sprachliche Fehlleistung, bei der ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zu Tage tritt.


Allgemeine Beschreibung

Bei der Bewertung eines scheinbar sinnvollen Versprechers als einer Freud’schen Fehlleistung wird davon ausgegangen, dass in der Bedeutungsabweichung, die durch einen Versprecher entsteht, eine unbewusste Aussage zum Vorschein kommt. Es wird also nicht angenommen, dass solchen Versprechern eine einfache, (neuro-)physiologische oder auch assoziative Beeinflussung der Sprachproduktion zugrunde liegt[1][2], sondern behauptet, dass es v. a. eine psychische Ursache dafür gibt. Bei den Freud’schen Fehlleistungen würde somit anstelle des eigentlich Gemeinten etwas gesagt werden, das dem Gedachten ggf. sogar besser entspräche und in diesem Sinne interpretiert werden könnte.

Die Existenz eines solchen Phänomens wurde durch Freud (1901, 1904) in Zur Psychopathologie des Alltagslebens behauptet. Seit dem allgemeinen Bekanntwerden der auf Freuds Befunde gestützten Theorie der Fehlleistungen hat jemand, dem ein solcher Versprecher unterläuft, einen schlechten Stand, seinem Publikum nachzuweisen, dass es sich gar nicht um einen Lapsus der Freud’schen Art handelt, wohingegen vor Freuds Zeit solch ein Versprecher lediglich ein Anlass zur Heiterkeit gewesen wäre, oder eventuell begleitet von völligem Unverständnis, auch empörtem Getuschel.

Ein Beispiel von Freud sei hier berichtet[3]:

„Ein Mann erzählt von irgendwelchen Vorgängen, die er beanstandet, und setzt fort: Dann aber sind Tatsachen zum ‚Vorschwein‘ gekommen. ([…] Auf Anfrage bestätigt er, dass er diese Vorgänge als ‚Schweinereien‘ bezeichnen wollte.) ‚Vorschein und Schweinerei‘ haben zusammen das sonderbare ‚Vorschwein‘ entstehen lassen.“

– Sigmund Freud[4]

Diese Bewertung hatte also nicht verbalisiert werden sollen, hatte sich aber Bahn verschafft, indem sie sich in die aktuelle Äußerung als (Freud’scher) Versprecher einschob. Aufgrund spezifischer Motivation kann man erst dann, nämlich bei solchen, einen Nebengedanken unterdrückenden Maßnahmen, von einer eigentlichen „Fehl“-Leistung sprechen.
Begründungen der Theorie

Freud’sche Versprecher sind solche, bei denen eine psychische Motivation angenommen wird, ein „Sinn“, wie es bei Freud heißt, um eine Abgrenzung gegen die Urteile „Zufall“ oder „physiologischer Hintergrund“ als Ursache solcher (Fehl- oder richtigen) Leistungen vorzunehmen. An dieser Bestimmung wird zugleich die Bandbreite des Problemfeldes deutlich: Einerseits handelt es sich um ein Phänomen. Das heißt: Es ist für den Sprecher mindestens potentiell erkennbar, dass seinen Zuhörern etwas zu Ohren kam, was so nicht bewusst beabsichtigt gewesen war; Rosa Ferber hat allerdings festgestellt, dass die meisten Versprecher gar nicht bemerkt werden, weder von den Sendern noch von den Empfängern.[5] Andererseits handelt es sich bei Freuds Aussage, es stecke allgemein ein „Sinn“ hinter allen sog. „Freud’schen Fehlleistungen“, um die wissenschaftliche Interpretation eines Phänomens: Unter der Prämisse, dass der Versprecher einen unbewussten oder vorbewussten Beweggrund zur Ursache habe – einen erkennbaren Sinn oder eine Struktur − besteht die erste Aufgabe darin, zu untersuchen, welcher Beweggrund als der wahrscheinlichste angenommen werden kann.
Akzeptanz und wissenschaftliche Abgrenzung

Gegenüber dieser Vorgehensweise spaltet sich das wissenschaftliche Lager in mindestens drei Teile auf:

* Die einen halten die Frage der Motivierung überhaupt für verfehlt und falsch und wollen nur Untersuchungen zulassen, die sich aus der Sicht der rein physiologischen Prozesse mit der Sprachproduktion und den deren Ablauf störenden Versprechern befassen. Für dieses Lager sind Versprecher wertvolle Fenster, die Einblicke u. a. in die neurologisch gesteuerte Sprachproduktion gestatten.
* Michael Motley wäre dagegen ein Vertreter des anderen Lagers, der in der Psycholinguistik die Motivierung von Versprechern experimentell nachzuweisen versucht. Motley konnte, indem er bei einem Schnelllesen-Experiment als Kontext sexuell oder neutral geprägte Situationen anbot, zeigen, dass die Frequenz der Freud’schen Versprechern bei sexuellen Kontext-Situationen im Vergleich zu neutralen zunimmt. Damit bestätigte er experimentell die Freud’sche Theorie,
* und Dilger/Bredenkamp kombinieren beide Ansätze.

Neurolinguistischen Untersuchungen zufolge existieren organisch bedingte oder zufällig auftretende Störungen des ordentlichen Sprachablaufs. Grund können beispielsweise Zerstörungen oder Fehlbildungen von Arealen des Sprachzentrums im Gehirn sein. Daher ist es nicht sinnvoll, hinter jeder Art von Versprechern eine Freud’sche Fehlleistung zu vermuten.

Die Versprecherforschung im Rahmen der kognitiven Linguistik untersucht den Zusammenhang zwischen sprachlichen Strukturen und auftretenden Versprechertypen. Die hierbei gefundenen Erklärungen für unterschiedliche Arten von Versprechern machen in vielen Fällen die Annahme einer psychischen Ursache im Sinne der Freud’schen Theorien überflüssig (siehe Linguistische Versprecher-Theorien).

Insbesondere aber ist die Frage der Motivierung bei lexikalischen Versprechern nicht unangebracht. Je nachdem, welche Auffassung man von den psychischen Vorgängen und der „Topologie des psychischen Apparates“ hat, wird man dem Unbewussten mehr oder weniger Wirkungskraft zuschreiben.
Beispiele

* Freud führt in der Psychopathologie des Alltagslebens an: Der deutschnationale Abgeordnete Lattmann tritt 1908 im Reichstag für eine Ergebenheitsadresse an Wilhelm II. ein, und wenn man das tue, „[…] so wollen wir das auch rückgratlos tun.“ Nach, laut Sitzungsprotokoll, minutenlanger stürmischer Heiterkeit erklärt der Redner, er habe natürlich rückhaltlos gemeint.

* Otto Rank führt im Zentralblatt für Psychoanalyse eine Stelle aus Shakespeares Der Kaufmann von Venedig an: Porzia ist es eigentlich durch ein Gelübde verboten, Bassanio ihre Liebe zu gestehen, sagt aber „Halb bin ich Euer, die andre Hälfte Euer - mein wollt ich sagen.“

* Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gab am 24. November 2008 bei der 3. Berliner Medienrede als Redner folgendes Statement von sich: „[…] Und inzwischen eröffnen uns Computer und Internet ganz neue Austausch- und Informationskontrollen[…]“, gemeint war: „Austausch- und Informationskanäle“.[6]

Nichts wird zur Wahrheit, nur weil man es oft genug wiederholt

Es gibt sehr viele Dinge auf der Erde, die nicht sehr einfach zuerklären sind und manches Mal nur durch ein Dogma der Wissenschaft am Leben erhalten werden. Es kann nicht sein, was nicht sein darf - so die Devise vieler Wissenschaftler und selbst ernannten Experten. Das müssen wir ändern, indem wir kritische Fragen stellen und nicht alles als gegeben hinnehmen.

Missing Link...?

Haftung

Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind ausschließlich die jeweiligen Inhaber/ Betreiber verantwortlich. Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von den Inhalten sämtlicher in diesem Blog verlinkten Webseiten, sowie den dort zu findenden weiterführenden Links und mache mir die jeweiligen Inhalte nicht zu eigen. Der Autor dieser Webseiten ist bestrebt, die hier angebotenen Informationen nach bestem Wissen und Gewissen vollständig und richtig darzustellen und aktuell zu halten. Dennoch kann er keinerlei Haftung für Schäden übernehmen, die sich aus der Nutzung der angebotenen Informationen ergeben können – auch wenn diese auf die Nutzung von allenfalls unvollständigen bzw. fehlerhaften Informationen zurückzuführen sind. Eine Haftung für die Inhalte von verlinkten Seiten ist ausgeschlossen, zumal der Autor keinen Einfluss auf Inhalte von gelinkten Seiten hat. Für Inhalte von Seiten, auf welche von Seiten dieser Homepage verwiesen wird, haftet somit allein der Anbieter dieser fremden Webseiten – niemals jedoch derjenige, der durch einen Link auf fremde Publikationen und Inhalte verweist. Sollten gelinkte Seiten (insbesondere durch Veränderung der Inhalte nach dem Setzen des Links) illegale, fehlerhafte, unvollständige, beleidigende oder sittenwidrige Informationen beinhalten und wird der Autor dieser Seite auf derartige Inhalte von gelinkten Seiten aufmerksam (gemacht), so wird er einen Link auf derartige Seiten unverzüglich unterbinden.

Informationsinhalt

Die Informationen dieser Webseiten können ohne vorherige Ankündigung von 3. (Youtube,google,u.s.w.) geändert, entfernt oder ergänzt werden. Der Autor kann daher keine Garantie für die Korrektheit, Vollständigkeit, Qualität oder Aktualität der bereitgestellten Informationen geben.

Haftung Es wird keine Gewähr oder Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit, Qualität und Aktualität der Informationen übernommen. Die Nutzung der Informationen liegt im alleinigen Verantwortungsbereich des Nutzers. Links Auf dieser Website wird auf andere Websites verwiesen (Links). Vor der Veröffentlichung dieser Links wurden die fremden Sites auf rechtswidrige Inhalte überprüft. Der Betreiber hat jedoch keine Kontrolle über das Material, welches auf solchen Sites veröffentlicht wird und ist nicht für die Inhalte sowie die Datenschutzstrategien fremder Sites verantwortlich. Der Betreiber übernimmt daher keinerlei Haftung für die Inhalte der Sites, auf die verwiesen wird. Hinweise auf rechtswidrige Inhalte wird der Betreiber überprüfen und gegebenenfalls den Link entfernen. Hausrecht Ich weise Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin (OLG Köln). In Ausübung dieses Rechts wird allen Behörden, insbesondere Ämtern, juristischen Personen öffentlichen Rechts, in dieser Weise beliehenen Personen und Anstalten öffentlichen Rechts der Zutritt zu unseren Webseiten verboten! Gleiches gilt für sonstige Nutzer, die mir Schaden in irgendeiner Form zufügen oder sonstwie den virtuellen Hausfrieden stören wollen. Haftungsausschluss für abmahnwütige Anwälte Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt! Sollte irgendwelcher Inhalt oder die designtechnische Gestaltung der Seite fremde Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzen oder anderweitig in irgendeiner Form wettbewerbsrechtliche Probleme hervorbringen, so bitte ich unter Berufung auf § 8 Abs. 4 UWG, um eine angemessene, ausreichend erläuternde und schnelle Nachricht ohne Kostennote. Ich garantiere, dass die zu Recht beanstandeten Passagen oder Teile dieser Seite in angemessener Frist entfernt bzw. den rechtlichen Vorgaben umfänglich angepasst wird, ohne dass von Ihrer Seite die Einschaltung eines Rechtsbeistandes erforderlich ist. Die Einschaltung eines Anwaltes, zur für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung, entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen und würde damit einen Verstoss gegen § 13 Abs. 5 UWG, wegen der Verfolgung sachfremder Ziele als beherschendes Motiv der Verfahrenseinleitung, insbesondere einer Kostenerzielungsabsicht als eigentliche Triebfeder, sowie einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht darstellen. GRUNDGESETZ ARTIKEL 5 Artikel 5 [Meinungs-, Informations-, Pressefreiheit; Kunst und Wissenschaft] (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.