Morgellons-Krankheit – Wenn bunte Fasern aus dem Körper quellen
Es klingt wie aus einem Horror-Film: Winzig dünne Fasern durchbohren die Haut ihrer Opfer und bereiten ihnen unerträgliche Schmerzen. Für viele Menschen sind diese Szenen Realität. Sie leiden unter Morgellons, einer Hautkrankheit, die selbst unter Ärzten noch weitgehend unbekannt ist. Nur langsam kommen Experten ihrer Ursache auf die Spur.
Bild: Imago
Alles beginnt mit einem Kribbeln unter der Haut - als ob sich ganze Horden von Ameisen ihren Weg bahnen würden. Der Patient fühlt sich müde und körperlich erschöpft. Ein unerträglicher Juckreiz lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Überall spürt er Bisse und Stiche, seine Gelenke schmerzen. Schließlich das Unfassbare: An verschiedenen Stellen des Körpers bricht die Haut auf und heraus quellen winzige Fasern in verschiedenen Farben. Blau, rot, schwarz, weiß und so scharf wie Glassplitter.
Was sich wie eine Passage aus einem schlechten Science-Fiction-Film anhört, ist für viele Menschen schockierende Wirklichkeit. Sie leiden unter der Faserkrankheit Morgellons. „In Deutschland sind uns über 20 Fälle bekannt." weiß Dr. Schwarzbach vom Borreliose Zentrum Augsburg. „Die Dunkelziffer liegt aber wesentlich höher", vermutet er. In den USA, wo Morgellons inzwischen auch in Fachkreisen anerkannt ist, schätzt er die Zahl der Erkrankten auf mehrere Zehntausend.
Fasern so hart wie Stahlseile
Bild: Dr. Schwarzbach
Morgellons-Fasern unter dem Mikroskop
Es sind vor allem die merkwürdigen Fasern, die den Experten Rätsel aufgeben. Dr. Schwarzenbach hat sie von seinen Patienten gesammelt und unter dem Mikroskop untersucht. „Im Grunde sehen sie alle ähnlich aus", so der Labormediziner. Dünne haarähnliche Gebilde, die sich zu Büscheln oder kleinen Kugeln zusammenballen können. „Sie sind so fest, dass man sie nicht einmal richtig zerschneiden kann", schildert der Arzt seine Erfahrungen.
Und noch etwas hat er beobachtet: „Die Fasern haben eine Eigenbewegung. Sie drehen sich aktiv aus der Haut heraus". Das alles würde auf winzige Lebewesen, wie zum Beispiel eine unbekannte Art von Würmern, hinweisen. Wenn das FBI nicht herausgefunden hätte, dass die Fasern anorganisch, also synthetisch sind. Organische Mikroorganismen kommen demnach nicht in Frage.
http://weltderwunder.de.msn.com/mensch-und-natur-article.aspx?cp-documentid=154472852