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7. November 2010

Süßstoff Aspartam ist krebserregend

01.04.2004 - 22:00 Uhr
Süßstoff Aspartam ist krebserregend

Süßstoff Aspartam ist krebserregend

Der Süßstoff Aspartam steht wieder einmal auf der Watchlist internationaler Wissenschaftler: Bei der internationalen Konferenz über Krebs und Umweltwissenschaften, die Ende September in Italien über die Bühne ging, präsentierte die European Ramazzini Foundation for Cancer Research aus Bologna die jüngste Studie zum künstlichen Zuckerersatz. Mehr als 1.800 Ratten wurden untersucht. Das Ergebnis: Aspartam erhöht das Risiko von Nierenkrebs und Tumorerkrankungen im Kopf.

Doch diese Ergebnisse waren nicht alles: Erst im [LINK "http://www.ramazzini.it/fondazione/docs/AspartameGEO2005.pdf" ]Juli 2005 hatte das Institut an weiblichen Ratten eine signifikant höhere Rate an Leukämie und Lymphomen attestiert. Und das bei Dosen, die sehr nahe an jene von Menschen, die zuckerfreie Getränke zu sich nehmen, herankommt.

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Aspartam-Hersteller wehren sich
Wie die Zeitung Guardian berichtete, wehren sich die Aspartam-Hersteller heftig gegen diese Ergebnisse. Sie stehe in Konflikt mit Hunderten anderen, positiven Studien, die eine Gefahrlosigkeit des Kunstzuckers beweise. Doch damit endet die Kritik der Hersteller nicht: Sie stellen das gesamte Forschungsinstitut in Frage und werfen den Wissenschaftler "kriminielles Handeln" vor, da die Daten ohne vorherige Einsicht der Behörden veröffentlicht wurden.

Mehr als 6.000 Getränke und Lebensmittel beinhalten Zuckerersatz
Logisch, dass die Wogen hochgehen: [LINK "http://de.wikipedia.org/wiki/Aspartam" ]Aspartam (auch als E 951 bezeichnet) findet sich immerhin in rund 6.000 Lebensmitteln &#8211 bevorzugt in Getränken wie Cola-Getränken, aber auch in Joghurts, Kaugummis, Zerealien, Snacks, Süßigkeiten und Desserts. Der Stoff ist 200 Mal süßer als Zucker. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 350 Mio.Menschen regelmäßig Lebensmittel mit dem Süßstoff zu sich nehmen. Experten rechnen, dass mehr als 60 Prozent aller Süßstoffe auf Aspartam entfallen.

Nach Angaben der European Food Safety Authority gibt es bisher keine gesundheitlichen Bedenken gegen Aspartam. Obwohl es eine "kontroversielle Geschichte" des Süßstoffes gibt, da er sehr häufig von Kindern und Schwangeren zu sich genommen wird. "Das war der Grund, warum wir Studien über Aspartam durchgeführt haben", erklärt Morando Soffritti, Direktor des Instituts.

Aspartam: "Multipotenzielles Karzinogen"
Drei Jahre lang haben die Forscher die Ratten untersucht, denen sechs verschiedenen Dosen des Süßstoffs verabreicht wurden. Das Ergebnis lautet: "Aspartam ist ein multipotenzielles Karzinogen". Doch damit ist immer noch nicht genug Forschungsarbeit geleistet, wie das Institut berichtet. Nun soll eine weitere Studie an Embryos von Ratten und Mäusen folgen.

Aspartam besteht aus Aminosäuren und zerfällt in die Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure sowie Methanol. Gerade vor dem giftigen Methanol warnen die Forscher. Seine giftige Wirkung beruht auf der in der Leber erfolgenden Oxidation zu Formaldehyd und später zu Ameisensäure. Aspartam darf außerdem von Menschen mit der Krankheit Phenylketonurie nicht eingenommen werden. Deshalb müssen Lebensmittel, die Aspartam enthalten, den Hinweis "enthält eine Phenylalaninquelle" tragen.

Die großen Hersteller des Süßstoffes protestieren gegen die Ergebnisse: Allen voran der japanische Konzern Ajinomoto. Der Süßstoff sei seit 25 Jahren unbedenklich. Die Hersteller argumentieren, dass Aspartam einen wesentlichen Beitrag leiste, um die Kalorienzufuhr zu verringern.

Süßstoff produziert Heißhungerattacken
"Das ist falsch. Die künstliche Süßstoffe bewirken nämlich, dass es spätestens 90 Minuten nach der Einnahme ein wahnsinniger Heißhunger entsteht", so Mediziner Klaus Rhomberg im pressetext-Interview. "Der Organismus nimmt den Süßstoff nämlich als Zucker wahr und stellt sich darauf ein. Dadurch fällt der Glukosespiegel im Körper", erklärt der medizinische Biologe. Die Folge sei dann eine wahre Fressattacke. Auch in der Schweinemast funktioniere das. Rhomberg weist außerdem daraufhin, dass Aspartam wie auch zahlreiche andere Nahrungsmittelzusatzstoffe von gentechnisch manipulierten Mikroorganismen hergestellt wird. "Dies wissen die wenigsten Menschen", meint der Mediziner abschließend.

Allen Kritiken zum Trotze hat die International Sweeters Association erst in der Vorwoche erklärt, dass Aspartam eines der am häufigsten getesteten Lebensmittelzusatzstoffe ist. "Alle Evaluierungen wurden von unabhängigen und international anerkannten Forschungsstellen durchgeführt und diese hätten es als sicher eingestuft", hieß es in der Aussendung.

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