Riesenlauscher und künstliche Gedanken: Neues aus militärischen Horror-Labors
Udo Schulze
Mit einer der größten Abhöranlagen überhaupt lässt die israelische Regierung den Kommunikationsverkehr der halben Welt überwachen. Die Anlage steht in der Negev-Wüste und ist Tag und Nacht im Einsatz. Damit will Israel herausfinden, wer an welchem Ort Angriffspläne gegen das Land schmiedet. Aber auch die US-Amerikaner haben sich wieder Neues einfallen lassen.
Im »Kampf gegen den Terror« scheint es inzwischen wirklich keine Grenzen mehr zu geben. Israels Lauschanlage befindet sich etwa 30 Kilometer von dem berüchtigten Beer-Sheva-Gefängnis entfernt in der Negev-Wüste. Nach Angaben der Zeitung Le Monde Diplomatique besteht die Station aus einem Wald von Antennen und Satellitenempfängern von höchster Qualität. Damit werden vor allem E-Mails und Telefonanrufe aus Europa, Asien, Afrika und dem Nahen Osten abgehört bzw. mitgelesen. Bevorzugte »Kundschaft« der Lauscher sind Regierungen, Unternehmen, internationale Organisationen und Parteien, aber auch für Israel interessante Einzelpersonen. Ehemaligen israelischen Geheimdienstmitarbeitern zufolge wird das Gelände u. a. durch Hunde strengstens bewacht und soll bereits seit Jahren in Betrieb sein. Die den Empfängern angeschlossenen Computer sind so programmiert, dass sie bei bestimmten Schlüsselwörtern und Wortkombinationen wie z. B. »Israel-Iran« oder »Nahostkonflikt« mit den Aufzeichnungen beginnen.
Um einige Schritte weiter ist inzwischen das US-amerikanische Militär. Nach einem Bericht des Handelsblatt hat ein amerikanischer Wissenschaftler an der Universität des Bundesstaates Arizona ein bahnbrechendes System entwickelt, das die Manipulation von menschlichen Gedanken zulässt. Mit dieser Technik, die auf Ultraschall basiert, können nach Angaben des Wissenschaftlers sämtliche Hirnaktivitäten beeinflusst werden. Bislang gibt es – etwa zur Heilung der Parkinsonschen Krankheit – operative Methoden, um mit Implantaten die Nervenzellen im menschlichen Hirn zu modifizieren. William Tyler hingegen kann mit seiner Entwicklung auf eine Operation verzichten und dennoch hervorragende Ergebnisse bei der Manipulation erzielen, so seine Ausführungen in einer Militärzeitschrift. Höchstes Interesse an der Erfindung des Forschers hat die US-Armee, die damit die Gedanken ihrer Soldaten lenken will. Zu diesem Zweck sollen Signalgeber in die Helme eingebaut werden, die in einem bestimmten Rhythmus Ultraschallstöße aussenden. So sollen die GIs in heiklen Situationen zu mehr Aufmerksamkeit gebracht werden. Auch Stress und Angst lassen sich nach Darstellung des Wissenschaftlers durch den Gedankenmanipulator abbauen. Damit ist nach Auffassung zahlreicher Kritiker des Projekts der erste Schritt zu einem total entmenschlichten Soldaten getan, der in nicht allzu ferner Zukunft Bestandteil einer jeden Armee sein könnte.
Mit Unterstützung der militäreigenen Forschungsagentur Defense Advanced Research Projects Agency will Tyler seine Erfindung weiter verfeinern. Im Vordergrund steht dabei eine höhere Auflösung der Ultraschallsignale, was eine noch intensivere Beeinflussung des menschlichen Hirns bedeutet.
Quelle:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-schulze/riesenlauscher-und-kuenstliche-gedanken-neues-aus-militaerischen-horror-labors.html
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